Reyes Magos Valencia_neu

Weihnachten und Heilige Drei Könige in Valencia

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Zum Jahresende wird’s vielerorts traditionell und rituell. Man kennt das vielleicht aus der eigenen Familie: das ganze Jahr über wird nicht in die Kirche gegangen, aber an Weihnachten muss das sein, das gehört dazu, ist ein Ritual! Man freut sich auf stimmungsvolle Momente bei Weihnachtsmusik und Krippenspiel, während die lieben Kleinen es kaum erwarten können, dass das Christkind zur Bescherung kommt.
Auch in Spanien ist der 24. Dezember, die Nochebuena, ein Familienfest, das schön im Kreise aller Lieben gefeiert wird. Typische Weihnachtsspezialitäten kommen auf den Tisch, dazu zählen zum Beispiel Lamm, Barsch, ein typischer Weihnachtseintopf, Meeresfrüchte, Weihnachtsgebäck und selbstverständlich Turrón. Das ist eine Süßigkeit, die aus gerösteten Mandeln, Zucker, Honig und Eiern hergestellt wird.

Ebenso zieht es viele Valencianos spätabends in den Weihnachtsgottesdienst, zur Misa del Gallo. „Gallo“ bedeutet übersetzt Hahn, ein solcher soll als Erster von der Geburt des Jesuskindes erfahren und das freudige Ereignis in die Welt hinausposaunt haben. Am imposantesten ist die Christmette in Valencias Kathedrale, wo die weihnachtlichen Klänge des Chors durch die heiligen Hallen schallen.

Einen entscheidenden Unterschied zum deutschen Brauchtum zeigt sich allerdings im Bezug auf die Bescherung an Heiligabend. Die gibt’s nämlich nicht am 24. Dezember, sondern die Heiligen Drei Könige bringen die Geschenke erst am 6. Januar. Der Dreikönigstag, día de los Reyes Magos, wie er auf Spanisch genannt wird, gewinnt an Bedeutung und ist ein offizieller Feiertag in Spanien. In bunte Gewänder gekleidet und mit goldenen Kronen ausgestattet, halten Caspar, Melchior und Balthasar landesweit im Rahmen von Prozessionen feierlich Einzug, um vor allem die Kinder zu beglücken. Eigentlich ist das ja auch viel einleuchtender, denn die drei Könige aus dem Morgenland haben ja auch dem neugeborenen Jesuskind Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht.

In Valencia wird der Dreikönigstag ganz besonders gefeiert. Hier kommen die drei Könige in prächtigen Barken übers Meer und werden am 5. Januar gegen 17 Uhr nachmittags im Hafen von einer begeisterten Menschenschar empfangen. Sie ziehen dann durch die halbe Stadt bis zur Plaza del Ayuntamiento in der Altstadt, wo sie vom Balkon der Stadtverwaltung ein paar Worte an die jubelnden Valencianer richten. Viele Kinder dürfen später sogar in den Kristallsaal der Stadtverwaltung, um von den Heiligen Drei Königen höchstpersönlich einige Geschenke zu bekommen.

Jetzt könnte man trotzdem meinen, die Spanier haben etwas durcheinander gebracht. Denn in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar werden Stiefelchen wie an unserem Nikolaustag zurechtgestellt. Gefüllt werden sie mit Stroh oder Getreide, als Futter für die Kamele mit denen die Heiligen Drei Könige reisen. Und schwupps wird über Nacht für die Kinder der Inhalt der Stiefel gegen Geschenke ausgetauscht. Nur unartige Kinder finden in ihren Schuhen schwarze Kohle carbón, die sich später als Süßigkeit entpuppt.

Diese wunderbaren Festtage rund um die Jahreswende enden am 6. Januar mit einer weiteren kulinarischen Tradition: dem berühmten Dreikönigskuchen, dem roscón de Reyes. Dabei handelt es sich um einen Hefeteigkranz, der an die Kronen der Heiligen Drei Könige erinnern soll. Verziert ist er mit Zucker- oder Schokoladenguss und bunten kandierten Früchten, die prächtige Edelsteine symbolisieren. Der Kuchen wird aber nicht einfach so gegessen, sondern jeder verspeist ihn gespannt in der Erwartung auf etwas Hartes zu beißen: ist es eine Münze oder eine kleine Spielfigur, darf sich derjenige eine Krone aufsetzen und ist König für diesen Tag. Beißt man dagegen auf eine Bohne, hat man im nächsten Jahr die verantwortungsvolle Aufgabe den Dreikönigskuchen zu besorgen.

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On 12/18/2014
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