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Tausendjährig und wirksam: das Wassergericht zieht Juristen und Touristen an

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Wenn Sie an einem Donnerstag nach Valencia reisen, gibt es eine Besichtigung, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Das Wassergericht “Tribunal de las Aguas de la Vega de Valencia” hält jeden Donnerstag im Jahr um zwölf Uhr mittags am Apostelportal der Kathedrale von Valencia seine Sitzungen ab. Es löst mündlich und vor allen Interessenten Streitigkeiten über die Nutzung des Flusswassers. Es handelt sich um eine tausendjährige Institution, die Konflikte auf wirksame und beispielhafte Weise löst und die im Jahr 2009 von der Unesco als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt wurde. Hier erzählen wir Ihnen etwas über seine Funktionsweise und Geschichte, aber wenn Sie die Möglichkeit haben, lohnt es sich, ihm einen Besuch abzustatten.

Nachdem sich die gewählten Vertreter auf ihre Stühle gesetzt haben, liest der Gerichtsbote die Namen der Kläger der Bewässerungsgräben vor, die sich aus dem Flusswasser speisen (Quart, Benàger y Faitanar, Tormos, Mislata, Chirivella, Mestalla, Favara, Rascanya und Rovella), und zwar in der Reihenfolge, in der sie dies tun. Die angeklagte Person wurde zuvor geladen und kann bis zu drei Mal gerufen werden; falls er nicht erscheint, kann er in Abwesenheit verurteilt werden, obwohl es niemals notwendig war, auf die öffentliche Gewalt zurückzugreifen, um ihn zum Erscheinen zu bringen.

Wenn es einen Rechtsstreit gibt, beginnt nach dem Satz “Denunciants de la Séquia…” der Prozess, der auf valencianisch stattfindet. Alle Betroffenen nehmen in ihrem eigenen Namen teil, es gibt weder Anwälte noch schriftliche Dokumente. Das Wassergericht kann Kläger und Angeklagten Fragen stellen, um über die notwendigen Informationen zu verfügen, und ohne weitere Formalität berät es sich und spricht ein Urteil. Um keinen Zweifel an der Unparteilichkeit bei der Entscheidung des Gerichts aufkommen zu lassen, nimmt der Vertreter des betreffenden Bewässerungsgrabens nicht an der Entscheidungsfindung teil; und die Urteile sind Vorschläge von den Vertretern der Bewässerungsgräben, die sich auf der den Streitparteien gegenüberliegenden Seite aus dem Fluss speisen. Am Ende der Verhandlung verlassen die Vertreter das Apostelportal der Kathedrale und gehen in die Casa Vestuario, um gemeinsame Angelegenheiten zu besprechen.

Dieser durch seine Konzentriertheit, Mündlichkeit, Schnelligkeit und Sparsamkeit derart einfache Prozess, dieses tausendjährige Justizmodell hat sich über die Jahre hinweg bewährt und als wirksame, moderne und beispielhafte Instanz zur Konfliktlösung konsolidiert. Diese Einrichtung ist ein Erbe aus den Zeiten von Al-Andalus und des Kalifats von Córdoba und wurde später, nach der Eroberung durch Jakob I. perfektioniert.

Das Gericht ist aufgrund seiner Besonderheit Untersuchungsgegenstand von Juristen und Anziehungspunkt für ausländische Besucher, zumal zu seiner Einzigartigkeit noch die attraktive Umgebung hinzukommt: die Plaza de la Virgen ist eine der schönsten Ansichten der Stadt.

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On 07/29/2015
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